14.05.2012
Höchster Kreisblatt vom 14. Mai 2012
Thomas Horn will kein "Wünsch Dir was" von der UKW
Die UKW fordert, dass bei den anstehenden Bauarbeiten an der Straße nach Fischbach mehr für die Radler getan wird. Der Bürgermeister hält nur Kleinigkeiten für machbar.
Kelkheim. Dass der Antrag recht spät kommt, das räumt der UKW-Fraktionsvorsitzende Albrecht Kündiger durchaus ein. Immerhin, wenn er in den Parlamentsausschüssen beraten wird, werden die Bauarbeiten schon begonnen haben. Aber man sei ja erst vor ein paar Wochen über die Pläne des Landes informiert worden, gibt Kündiger zu bedenken. Und die UKW sei davon ausgegangen, dass der ADFC als Vertreter der Radfahrer ohnehin eingeschaltet werde. Andere Städte hätten dies vor solchen Projekten auch getan.
Kelkheim aber nicht. Das Vorhaben sei mit anderen Straßenbauprojekten ohne weiteres gar nicht zu vergleichen, lässt Bürgermeister Thomas Horn (CDU) durchblicken. Für die Sanierung des Straßenzuges vom Bahnübergang Kelkheim-Mitte bis zum Parkplatz Hollerbusch zwischen Fischbach und Ruppertshain gebe es gar keine Planungen, zu denen man irgendjemanden anhören könnte. Es werde einfach saniert, was vorhanden sei – Leitungen, Kanäle, Fahrbahn, Bürgersteige. Und es gibt Zeitdruck: Weil es sich um ein Vorhaben handelt, das aus dem Konjunkturprogramm finanziert wird, muss bis zum Jahresende alles abgerechnet werden.
Brandgefährlich
Für die UKW ist das kein Argument. Für die Radfahrer könne und müsse noch einiges gemacht werden auf dieser Strecke, heißt es in der Begründung des Antrages. Es wäre nicht zu verantworten, dies jetzt, wo die Straße ohnehin saniert werde, nicht zu erledigen. Denn die Straße sei an einigen Stellen für die Radfahrer brandgefährlich.
Die UKW möchte daher dass der Radweg in der Fischbacher Straße im Ort verbreitert wird, so wie es der ADFC vorgeschlagen habe. Am Fischbacher Ortseingang müsse eine Einfädelspur für die Radler her, damit diese sicher vom Radweg auf die Straße gelangen können. Zwischen Fischbach und Kelkheim wiederum soll auch auf der südlichen Straßenseite ein Radweg angelegt werden – die UKW erinnert daran, dass der vorhandene Radweg auf der Nordseite nur in Richtung Fischbach genutzt werden darf.
Außerdem sollen in Fischbach an den Einmündungen die Bordsteine abgesenkt werden – eine Erleichterung für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen, aber auch für Radler. Denn der Magistrat soll prüfen, ob in der Kelkheimer Straße es Kindern erlaubt werden kann, auf dem Bürgersteig zu radeln. Und schließlich soll der Magistrat Gespräche mit dem ADFC über weitere Verbesserungsmöglichkeiten für die Radfahrer führen.
Dass auch noch kurzfristig Verbesserungen erreicht werden könnten, zeige die gerade vom Magistrat noch beschlossene "Querungshilfe" für Fußgänger auf Höhe des Kleeblatthauses. Das wiederum führt Horn gegenüber dem Kreisblatt als Beweis dafür an, dass die Stadt durchaus bereit und in der Lage sei, kurzfristig zu reagieren. Und die Vorschläge der UKW sollen daraufhin ebenfalls geprüft werden.
Das gilt allerdings nur für weniger aufwendige Ideen. Für größere Vorschläge, und dazu dürfte der Bau eines neuen Radweges gehören, sieht er keinen Spielraum. "Unsere Veranstaltung heißt nicht ,Wünsch dir was’", kommentiert Horn den UKW-Antrag. Denn es müsse alles bezahlt werden, und Geld hat die Stadt bekanntlich keines. Das wird, davon kann man ausgehen, in der nächsten Woche auch die Ausschussmehrheit so sehen.bt (bt)
